Die Vermögenswirksamen Leistungen sind seit vielen Jahren ein
wichtiger Bestandteil der Altersversorgung. Darüber hinaus sind
sie ein entscheidender Baustein der deutschen Aktienkultur. Viele
Kleinsparer legen ihre Vermögenswirksamen Leistungen in
Fondsparplänen und damit auch in Aktien an.
Doch nun zerstört die große Koalition auch diesen kleinen Teil der
Arbeitnehmer am Produktivkapital. Genau genommen soll eigentlich
die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivkapital erhöht
werden. Doch wie so häufig, scheint auch hier die Politik
ihre eigenen Ideen nicht vernünftig zu Ende zu denken.
In den Reihen der SPD denkt man derzeit über einen Bürokratie-Moloch
nach, der dort Deutschlandfonds genannt wird. Die Grundidee klingt
ja ganz interessant, aber die Ausführung lässt wieder zu wünschen
übrig. So ist z.B. angedacht, dass dieser Fonds nicht nach
Renditeaspekten sein Kapital anlegen soll, sondern vielmehr
soll das Kapital an die Unternehmen ausgezahlt werden, deren
Mitarbeiter dort einzahlen. Darüber hinaus sollen
verschiedene Mechanismen dafür sorgen, dass das Kapital
schützt. Wer sich mit dieser Thematik jedoch genauer
befasst hat, weiß dass dies immer die härtesten
Renditekiller sind.
Ehrlich, wer braucht so einen zusätzlichen Anreiz? Wir haben doch
mit den Vermögenswirksamen Leistungen seit Jahren das beste
Mittelchen an der Hand, oder nicht?
Vielleicht auch nicht, weil man von Seiten der großen Koalition,
auch von diesem bisher bewährten Altersvorsorgewerkzeug, wieder
nicht die Finger davon lassen konnte.
Zwar denkt man darüber nach, den derzeitigen Förderungssatz wieder
auf 20% zu erhöhen, aber den herabgesetzten Maximalförderbetrag
will man nicht wieder anpassen. Also steigt die Förderung
lediglich von 72,00 auf 80,00 Euro. Nicht wirklich eine spürbare
Verbesserung. Auch die Glättung der Einkommensgrenzen auf
‚runde' Summen (20.000 Euro für Ledige und 40.000 Euro für
Verheiratete) sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Alle angeblichen Verbesserungen werden konterkariert durch eine
- im europäischen Vergleich extrem dreiste - Abgeltungssteuer.
Satte 25 Prozent sackt sich der deutsche Fiskus von allen Zins-,
Dividenden- und Veräußerungserträgen ein. So nimmt der Staat
seinen Bürgern das aus der linken Tasche, was er Ihnen mit
großem Tamtam in die rechte Tasche gesteckt hat. Und
wahrscheinlich noch ein kleines Quäntchen mehr.
Somit hat die deutsche Regierung es geschafft, aus der
Altersversorgung "Vermögenswirksame Leistung" einen zahnlosen
Tiger zu machen. Die Schließung der Versorgungslücke dürfte damit
deutlich schwieriger fallen.
Uns bleibt nur gemeinsam die Hoffnung, dass in der großen
Koalition vielleicht doch noch das Verständnis für die Probleme
des deutschen Bürgers, wächst. Falls nicht, hat man in den
letzten Jahren die Saat für eine zukünftige breite Altersarmut
gelegt.
Autor: Marcus Winkelmann
Email: mwinkel[at]gmx.de
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