Das Wissen um Möbel aus früheren Zeiten wurde aus Grabreliefen, handgeschriebenen Evangelien
und Messbüchern, die mit entsprechenden Bildern ausgeschmückt waren und auch Szenen in
Kirchenfenstern, die über die Art zu leben und zu wohnen Auskunft gaben, zusammengetragen.
Aus diesen alten Quellen weiß man, dass die Technik des Drechselns bereits den Griechen und
Römern bekannt war. In einem Grab unter dem Kölner Dom, das aus dem sechsten Jahrhundert
stammt, wurden gedrechselte Stäbe gefunden, die den Rahmen für Betten und Stühle bildeten.
Vor allem Möbel, die eine besondere Bedeutung hatten, zum Beispiel weil sie einer
verehrungswürdigen Person zugeordnet wurden, wurden besonders gut aufbewahrt und dienen
als wichtige Zeitzeugen. Zu diesen gehören unter anderem die sogenannten
"Zeremonialstühle", die heute in Museen zu sehen sind.
Ein solcher ist beispielsweise der "Faltstuhl", den es sowohl ganz einfach ausgefertigt für
Handwerker gibt, als auch sehr prunkvoll, wenn er als kaiserlicher oder königlicher Thron
angefertigt wurde. Beim Faltstuhl waren zwei Scherenhölzer mit Stegen verbunden in die als
Sitzfläche Leder oder Stoff eingespannt war. Diese Form wurde im Laufe der Zeit durch
Armstützen und Lehnen erweitert. Prinzipiell diente die Möbelherstellung zu Beginn in
erster Linie der Zweckdienlichkeit, kunstvolle Gestaltungen wurden erst bedeutsam als die
dafür erforderlichen elementaren Techniken entwickelt worden waren. Zu den elementaren
Gliedern eines Möbelstückes gehörten senkrechte Teile wie z.B. Stützen und Beine und
horizontal lastende Teile wie z.B. Platten und Rahmen sowie neutrale, verbindende
Teilen wie Füllungen und Rahmen. Bei der künstlerischen Ausformung waren unter
anderem Verdoppelung, Durchbrechung und Schweifung Möglichkeiten, die einzelnen
Möbelbestandteile kunstvoller zu gestalten. Dazu kamen dann noch Malereien und
Schnitzereien, Intarsien sowie Beschläge aus Metall. Neben diesen epochalen
Entwicklungen, die über Aussehen und Form der verschiedenen Möbelstücke
entschieden, bestimmten auch geografische Unterschiede der Gestaltung von
Möbeln mit. Darüber hinaus hatten aber immer auch die technische Voraussetzungen
und nicht zuletzt der Geschmack des Auftraggebers einen entscheidenden
Einfluss auf das einzelne Möbelstück.
Autor: Andreas Mettler
Email: presse[at]mettlerweb.de
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