Alle wollen nach Russland. Selbst Deutschlands Top-Torjäger Kevin Kuranyi von Schalke 04
liebäugelt mit einem Wechsel in die russische Liga, zu Dynamo Moskau. Seit jeher hat die
russische Metropole eine starke Anziehungskraft auf die Menschen in Westeuropa. Ob Künstler,
Geschäftsleute oder Touristen - mit Moskau verbindet jeder etwas Anderes. Als es noch die
Hauptstadt der gesamten Union der sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) war, stand
Moskau noch für kommunistische Betonköpfe, für Kalten Krieg und eine militärische Bedrohung.
Aber schon in dieser Zeit war der Drang nach Moskau immer präsent. Die russische
Mentalität, die Kunst, die Literatur und die großartigen Musiker und Tänzer hatten immer
eine große Sogwirkung auf uns West- und Mitteleuropäer. Ein Visum für Russland zu
bekommen war seinerzeit machbar, aber nicht so leicht wie heute, wo es weniger
ideologische Sperrgitter an den Grenzen des Landes gibt. Nach dem Zusammenbruch des
riesigen Reiches in viele Einzelstaaten, ließ man jeden ins Land, der dort Geld
ausgeben wollte oder gute Geschäfte zu machen versprach.
Die russische Hauptstadt liegt an der Moskva mitten im europäischen Teil Russlands. Mit ihren
10,5 Millionen Einwohnern ist Moskau eindeutig die größte Stadt Europas, noch vor London und
Istanbul und sie zählt zu den schönsten aber auch zu den teuersten Städten der Welt. Ihre
Straßen, imposanten Plätze und Bauwerke haben schon viele Künstler inspiriert. Einer der
denkwürdigsten Besucher in Moskau war der im Jahre 1987 gerade mal 18-jährige Privatpilot
Matthias Rust aus Hamburg. Rust mietete sich bei einem Hamburger Luftsportverein eine
Cessna, angeblich für einen "Rundflug über die Nordsee". Stattdessen flog er über
Westerland/Sylt und Norwegen nach Finnland, wo er am 25. Mai 1987 in Helsinki landete.
Von dort aus startete er am 28. Mai über die finnisch-russische Grenze Richtung
Leningrad und entlang der Eisenbahnstrecke bis nach Moskau. Nach fünfeinhalb Stunden
war er mit seiner Maschine mitten über Moskau, aber schon an der Grenze wurde sein
Flugzeug von zwei MiG 23-Kampfflugzeugen begleitet, ohne ihn aber anzugreifen. Sein
Ziel, auf dem Roten Platz zu landen, erreichte er zwar nicht, aber er konnte
mehrere Runden über dem Kreml und dem Roten Platz drehen und landete dann auf
einem Bus-Parkplatz. Rusts Husarenstück fand international große Beachtung und
viele Bewunderer aber der russische KGB fand diese Aktion gar nicht lustig und
verhaftete ihn auf der Stelle. Ein russisches Gericht verurteilte ihn ein paar
Monate später zu 4 Jahren Arbeitslager, wegen Verletzung der internationalen
Luftverkehrsregeln, schweren Rowdytums und nicht zuletzt wegen illegaler
Einreise, denn Rust hatte es auch versäumt sich ein Visum für Russland zu
besorgen!
Autor: Andreas Mettler
Email: presse[at]mettlerweb.de
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