Das Faultier ist ein recht eigentümliches Tier. Es fängt schon damit an, dass wir Menschen den
Begriff "Faultier" als Schimpfwort benutzen. Und das nur, weil es sich entsprechend langsam
und bedächtig bewegt. In unserer schnelllebigen Welt ist dies wohl ein Fauxpas, den wir einem
anderen nicht so einfach durchgehen lassen wollen.
Doch nun mal wieder zurück zur Gattung der Folivora (der lateinische Gattungsbegriff der
Faultiere). Faultiere leben in den Urwäldern von Mittel- und Südamerika. Sie sind reine
Pflanzenfresser und verbringen den größten Teil ihres Lebens in den hohen Wipfeln der
Urwaldbäume.
Schaut man sich ein Faultier etwas näher an, fallen als erstes die großen Klauen an den Vorder-
und Hinterbeinen auf. Da das Faultier meistens kopfüber in den Ästen hängt sind diese Klauen
lebensnotwendig für einen guten Halt in den Baumkronen. Doch auch nicht so augenscheinliche
Dinge machen das Faultier zu etwas Besonderem. So steigt die Körpertemperatur bei einem
Faultier kaum über 33 Grad Celsius. Damit bewegt sich die Körpertemperatur eher in der Nähe
von Reptilien als von Säugetieren, zu deren Gattung die Faultiere natürlich gehören.
Feinde hat das Faultier eigentlich nur recht wenige. Sicher sind Raubtiere immer an einem
Faultier interessiert, dadurch jedoch dass sie die meiste Zeit in den Baumwipfel leben, können
Raubtiere nur selten eines erhaschen. Die Faultiere achten auch besonders darauf ihren
Aufenthalt am Boden (zum Koten und für den Baumwechsel) recht kurz zu halten. Darüber
hinaus haben sie in einer perfekten Symbiose mit Algen dafür gesorgt, dass sie in dem
Blätterwald nur schwer zu entdecken sind. Diese Algen sorgen dafür, dass das Fell der
Faultiere leicht grünlich schimmert und sie somit im grünen Dickicht kaum zu sehen sind.
Auch wehrlos sind Faultiere nicht, wie jeder weiß der schon einmal von einem Klauenhieb
getroffen wurde. Der größte Feind des Faultieres ist - wie so oft - der Mensch. Durch
die großen Rodungen der südamerikanischen Urwälder wird der Lebensraum der Faultiere
immer weiter eingeschränkt. Einzelne Arten sind von Aussterben bedroht.
Auch hier findet man noch einige interessante Informationen zu den Faultieren.
Autor: Marcus Winkelmann
Email: info[at]bimawi.de
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